300 Jahre Medizingeschichte in einem Blick

Poster von Medizinhistorischen Museum

Es ist vielleicht nicht das berühmteste und am meisten besuchte Museum Berlins, trotzdem lohnt es sich einen Blick in seine Ausstellungen zu werfen.

In dem Museum der Charité ist tatsächlich zwischen Dauer- und Sonderausstellungen viel zu sehen und zu lernen.

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Das Museum ist in einem alten Gebäude untergebracht und, wie der ganze Baukomplex des Krankenhauses Charité, architektonisch sehr interessant. Es bezieht in seine Räumen die Überreste des ehemaligen Rudolf-Virchow-Hörsaales, schwer beschädigt während des zweiten Weltkrieges, ein. Die Ruine bietet heute eine spannende alternative Umgebung für Konferenzen und Veranstaltungen.

Porträt von Rudolf Virchow, Lithographie von Georg Engelbach

Die Sammlungen des Museums erlauben nicht nur Einblicke in den menschlichen Körper mit seinem Organsystem, sondern in bekannte sowie geheimnisvolle Krankheiten unter denen die Menschheit seit eh und je gelitten hat. Ungefähr 300 Jahre Medizingeschichte werden in den Sälen des Museums vorgestellt. Der größte Teil der pathologisch-anatomischen Präparate wurde von Rudolf Virchow im 19. Jahrhundert gesammelht.

Noch heute nutzen Studenten und medizinische Forschung teilweise die von Virchow entdeckten und vorgestellte Sammlungen für ihre Recherchen.

Keine Monster, nur Menschen

Besonders berührend sind die deformierten Körperchen von Feten und Säuglingen in Glasfläschchen. Manche von ihren noch heute rätselhaften Krankheiten haben das Aussehen der Embryos und der Neugeborenen tief zerstört.

Es ist unvermeidbar für die Besucher zuerst einmal an kleine Monster aus den Fantasy-Romanen von Tolkien zu denken. Wenn der erste Eindruck lässt nach, tritt aber ein Gefühl des Mitleids für alle diese Missgeburten ein. Sie waren nur die unglücklichen Opfer eines widrigen Schicksals, gegen das auch die heutige fortgeschritten Medizin machtlos ist.

Medizin im Nationalsozialismus

Rudolf-Virchow-Hörsaale

Kinder mit Fehlbildungen sowie Kranke und behinderte Menschen waren in der Nazizeit nicht besonders beliebt. Da Erbarmung und Toleranz nicht die Voraussetzungen des diktatorischen Regimes waren, wurden sie systematisch verfolgt.

Ein Teil der Dauerausstellung des Museums ist den Irrwegen der deutschen Medizin im Nationalsozialismus gewidmet.

300 Jahre Medizingeschichte

Die Medizingeschichte und die Charitégeschichte stehen im Mittelpunkt der Austellungen. Die Besucher haben die Möglichkeit einen allgemeinen Blick in die Behandlungstherapien, Medizinische Forschung und die Krankheiten der Vergangenheit zu werfen. Der Zeitraum erstreckt sich von der Entstehung der ersten anatomischen Theater im 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Die verschiedenen Schauräume sind in medizinhistorischen Themen geteilt und beinhalten Sammlungen wie Militärchirurgische Instrumente, komplexe moderne Maschine für bestimmte Krankheiten oder die Entwicklung von Prothesen.

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