Berlin wie sie früher war

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Ausgewählte Kinofilme, die die Großstadt Berlin in den 50er, 60er und 70er Jahre zeigen.

Filmmontag bei Kino Toni

2019 hat das Kino Toni im Weißensee die Reihe „Filmmontag im Toni“ vorgestellt. Eine monatliche Reihe Filmklassiker der Nachkriegszeit, die Berlin zeigen, wie es heute kaum vorstellbar ist.

Keine andere Stadt in Deutschland hat sich so schnell wie Berlin in den letzten Jahrzehnten geändert. Alle Städte durchleben verschiedene Epochen, die ihr kulturelles Leben sowie ihr architektonisches Aussehen prägen. Berlin scheint aber, mit seiner einzigartigen Geschichte zu einer ständigen Verwandlung bestimmt zu sein.

Erst wollte der Kaiser die Hauptstadt schöner als London machen, was Anlass für den blühende Jugendstil des 19. Jahrhunderts wurde. Unter der Nazidiktatur sollte Berlin „Germania“ werden, mit einem aggressiven größenwahnsinnigen Bau-Programm. Dann kamen die Bombenangriffe der Alliierten und die Rekonstruktion in der Nachkriegszeit. Später tauchte die getrennte Stadt der Mauerzeit auf, mit ihre zwei gegenseitige Seelen. Heutzutage setzt sich die Wohnungs- und Immobilienspekulation durch. Jedoch versteckt sich hinter dieser unendlichen Veränderung die Lebenskraft einer Stadt, die aus der Asche wieder auferstanden ist.

Drama und Kriminalfilme der Nachkriegszeit

Nur diejenigen, die diese Epoche miterlebt haben wissen genau wie Berlin war und wie die Berliner damals lebten. Filme und Dokumentarfilme können trotzdem helfen einen Eindruck der Vergangenheit zu vermitteln.

Die Auswahl des Kinos Toni erweckt vergessene Filme der Nachkriegszeit wieder zum Leben. Auch die Produktionen der DEFA bieten einen authentischen Blick in das ehemalige Leben in Berlin. Obwohl gedreht unter einem repressiven politischen Regime sie sind alles andere als Propaganda-Filme der DDR. In Gegenteil haben Filmregisseure und Schauspieler Schwierigkeiten mit dem Staatsapparat während und nach der Produktion erfahren.

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Film „Berlin Ecke Schönhauser…“, hier zu sehen die Haltestelle bei U-Bahnhof Eberswalder Straße an der Schönhauser Allee

Berlin Ecke Schönhauser…

Der Film erschien 1957 und spielt ein lebensechtes Drama in der Stadt vor dem Mauerbau. Unter dem U-Bahn-Bogen an der Ecke zwischen Schönhauser Allee, Pappelallee und Danziger Straße trifft sich eine Gruppe unruhiger Jugendlichen. Im Lauf der Zeit werden ein paar von ihnen unter die Lupe der Polizei genommen. Nach einem schief gegangenen Geschäft fliehen sie in die westliche Seite Berlins. Dort entdecken sie, dass nicht alles Gold ist, was glänzt…

Leichensache Zernik, Die Halbstarken und Das Kaninchen bin ich sind andere Filme der Berliner Filmmontage im Kino Toni. Was diese Montagabende so interessant macht, ist die Präsenz der Schauspieler, Drehbuchautoren und Regisseure, die an den Filmen mitgewirkt haben. Sie unterhalten sich nach dem Film mit dem Publikum, erzählen Anekdoten und beantworten Fragen.

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Bei dem Film Berlin Ecke Schönhauser… wurde der Schauspieler Ernst-Georg Schwill eingeladen. Bei dem Film Die Halbstarken haben der Schauspieler Christian Doermer und der Filmautor Hans Helmut Prinzler an den Abend teilgenommen. (Foto: die Gäste von Filmmontag, u.a. Schauspieler Ernst-Georg Schwill, der erste links)

Das Programm Berlin im Film wird auch in 2020 weitergeführt.

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