Der verlassene Bahnhof des Berliner Urwalds

Der Natur-Park Südgelände bietet ein einzigartiges Erlebnis mitten in der Stadt für Kunst- und Naturfans.

Keine Chance sich dort zu langweilen! An keinem anderen Ort in Berlin findet man ein Naturschutzgebiet mit Kunstkreationen und Skulpturen verziert. Versteckt hinter Bäumen und Pflanzen stehen die rostigen Lokomotiven und Bahngleise des damaligen Bahnhofs. Der Park beherbergt nicht nur seltene Vogelarten, sonder auch auch eine Shakespeare-Freilichtbühne. Und ein Birkenwald als Bühnenbild hätte für das Theater nicht geeigneter sein können.

Skulptur foto

Die Eule Skulptur im Natur-Park Südgelände

Der Park in Schöneberg ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfach zu erreichen. Vor allem in Frühling bietet er einen beeindruckenden Ausblick. Insbesondere nach den langen Wintermonaten ist die Aussicht toll, weil die Natur zwischen den Relikten des ehemaligen Bahnhofs wieder blüht. Zwei Rundwege, beide für Rollstuhl-Fahrer geeignet, leiten den Besucher vom alten Wasserturm bis zum Naturschutzgebiet.

Der lange Weg führt durch den Naturpark und erstreckt sich c.a 3 km. Auf der ehemaligen Bahnstraßen entlang. Für den Spaziergang kann man ungefähr 1 Stunde rechnen. Die Fahrstrecke besteht aus einem leicht erhobenen Eisengitter, das die alte Bahnschiene durchquert oder einschließt. So wird der Erdboden von den Fußtritten der Menschen geschützt. Dort befinden sich viele seltene Spinnen- und Pilzarten und wachsen über 350 Pflanzensorten.

Es ist ein Beispiel für ein Stück der Stadt, das die Wildnatur zurückerobert hat. Der damalige Rangierbahnhof wurde schon 1952 stillgelegt und seitdem wächst auf dem Gelände die Natur wild. Sie ist eine Naturoase mitten in der Großstadt geworden. 1999 wurde sie sogar zum Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Neben Vögeln und Spinnen finden hier auch bedrohte Grillen- Heuschrecken-, und Bienenarten Schutz.

Was für ein Glück für die Berliner, denn da als der Bahnhof noch im Betrieb war, gab es hier keinen einzigen Baum. Wo früher der Zugführer das Abfahrtssignal pfiff, heult heute die Eule. Wo die Lokomotiven ihren betäubende Lärm ausstieß, herrscht heute Stille. Der verfallene Wasserturm zwischen Bäumen und den von Gras bedeckten Gleisen löst ein Gefühl von Nostalgie aus. Sie sind Zeugen der Geschichte, die uns an den unaufhaltsamen Lauf der Zeit erinnern.

 

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