Hotel Adlon – Eine kurze Buchrezension

Das Adlon Hotel gehört zu den bestbekannten historischen Institutionen Berlins. Nach mehr als 100 Jahre seit seine Errichtung ist die mediale Anziehungskraft des Hotels unverändert.

Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Dokumentationen, Kino- und Fernsehfilme, Romane und Fachbücher über das berühmte Hotel erschienen. Neulich auch ein Buch von Felix Adlon, Ururenkel von Lorenz Adlon, dem Gründer des Hotels. Nach wie vor ist das Interesse für dieses Gebäude und was sich in seinen Zimmern zugetragen hat, sehr groß. Und zwar aus einem einfachen Grund: Die dramatischen Ereignisse der deutschen und insbesondere der Berliner Geschichte spiegeln sich in der Geschichte des Hotel Adlon wider.

Das Buch von Hedda Adlon

1961 wurde das Buch Hotel Adlon Das Berliner Hotel, in dem die große Welt zu Gast war erst veröffentlicht. Seitdem wird es dauerhaft nachgedruckt. Wie aus dem Untertitel ersichtlich ist, sind die Gäste die Hauptfiguren dieser Geschichte. Egal ob sie Künstler, Politiker, Edelleute oder Verbrecher, Hochstapler und Spione sind. Sie zeigen den ständige Wandel der Gesellschaft über mehrere Generationen.

Wer könnte besser als die Schwiegertochter des Gründers diese Gäste und ihre Verflechtung mit der Geschichte Berlins beschreiben? Sie heiratete den Sohn von Lorenz Adlon, der nach seinem Vater das Hotel bis an sein Lebensende führte.

Ihre Erinnerungen vor allem an die Goldenen Zwanziger, das Dritten Reich und den zweiten Weltkrieg helfen uns diese Epochen besser nachzuvollziehen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die vielen merkwürdigen Erzählungen und Anekdoten über diese oder jene Persönlichkeit machen den Text lebendig. Da die Autorin häufig die Gesprächsform nutzt, wird das Lesen fließend und unterhaltsam. Der Leser taucht in die geschilderten Vorfälle ein und sieht die Zeitalter mit den Augen der Hauptfiguren.

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Wir erfahren wie der Kaiser mit Lorenz Adlon befreundet war. Wilhelm II befürwortete tatsächlich den Hotelbau und half dem Unternehmer das Projekt zu verwirklichen. Der Kaiser sah das Luxushotel in Unter den Linden als ein weiter Fortschritt in der Entwicklung der Hauptstadt Berlin. Ein Thema lag ihm besonders am Herzen: Berlin sollte Paris und London in nichts nachstehen. Einflussreiche Akteure der internationalen Bühne sollten sich behaglich fühlen auch wenn sie Berlin besuchten. Auch dank seines raffinierten Restaurants erfüllte das Hotel perfekt den Zweck.

Einige Jahre lang war das Hotel Adlon im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens und seine prunkvolle Einrichtung war die Kulisse für Liebesaffären, politische Intrigen und Skandale. Neben Festen und Galadiener fanden auch abscheuliche Verbrechen statt. Berühmt wurde die Ermordung eines Geldbriefträgers im Jahr 1919, zu deren Lösung niemand geringeres als Mordermittler Ernst Gennat beitrug.

Hedda Adlon erzählt mit der Leidenschaft und Genauigkeit derer, die an den Geschehnissen teilgenommen haben. Sie führte sogar ein Tagebuch, das ihr später half die Eindrücke in ihrem Buch wiederzuerwecken.

So äußerte sich einmal ein von den verehrten Gästen des Hotels: „Wer das Adlon nicht kennt, kennt Deutschland nicht“. Nachdem wir das Buch zu Ende gelesen haben, können wir nur seine Bewertung teilen.

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