Raderlebnis vom Teufelsberg zum Wannsee

Durch Berlin Fahrrad fahren bis zum Teufelsberg, eine kleine Pause am Teufelssee und weiter am Ufer der Havel entlang

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Abhöranlage auf dem Teufelsberg © SpioncinosuBerlino

Was für einen Blick auf Berlin bietet der Teufelsberg! Vom Berggipfel sieht man die Stadt umgeben von einem Meer aus Grün. Es ist ein atemberaubendes Panorama, wie du es sonst nur vom Flugzeug bekommst. Wer diese wilde Natur, zugleich faszinierend und verwirrend, eine Weile lang betrachtet, wird von der grünen Hölle verschlungen.

Der daneben liegende Aussichtspunkt Drachenberg ist vielleicht von den Besuchern am beliebtesten. Dort gibt es weniger Bäume, die den Blick behindern. Dazu hilft eine Treppe den Wanderern auf zu steigen. Auf der Horizontlinie zeichnen sich der Fernsehturm und die Wolkenkratzer Berlins ab. Sie bilden einen starken Kontrast mit ihren dunklen Farben gegenüber dem Grunewald. Dieses von Seen durchgezogene Waldgebiet, wo der Teufelsberg auch liegt, ist die grüne Lunge Berlins. Hier können die Einwohner der Stadt zu jedem Zeitpunkt wandern, Fahrrad fahren, picknicken, reiten und baden.

Radtour Teufelsberg-Wannsee

Das Radnetz in und um Berlin ist echt umfassend und großartig. Das ganze Jahr lang kann man neue Radtouren planen, ohne die selben Strecken wieder fahren zu müssen. Dies gilt auch für den Grunewald und das Havelseengebiet.

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Eine einfache Tour, die man ohne viel Zeitaufwand planen kann verläuft durch den Grunewald östlich der Havel. Sie erstreckt sich über 14 km bis zum Wansee und folgt, teilweise in unmittelbarer Nähe, dem Seeufer. Von Berlin-Mitte zum Teufelsberg sind ungefähr 13 km und noch drei muss man rechnen bis zum Ufer der Havel.

Es ist keine lange Radtour, bietet aber einen fast ununterbrochenen Blick auf den Havelsee. Außerdem machen ein paar Sehenswürdigkeiten, wie das Jagdschloss Grunewald und der Grunewaldturm, die Strecke interessanter.

Ganz zu schweigen davon, dass kleine Strände und Buchten in fast gleichmäßigem Abstand aufeinander folgen. Sie sind ideale Orte für eine Pause, um einen Snack zu essen oder ein Bad zu nehmen.

Teufelsberg und Drachenberg

Die zwei Anhöhen sind keine natürlichen Berge. Man würde das nicht ahnen, aber sie entstanden aus dem Trümmerschutt des Zweiten Weltkrieges. Im Laufe der Zeit wurden Bäume gepflanzt, eine üppige Natur ist ausgewachsenen und hat sich dem Grunwald angepasst.

Auf dem Teufelsberg verflechten sich zahlreiche Pfade und seit einigen Jahren sind auch MTB Trails zu finden.

Diese sind aber nicht unumstritten und es ist nicht deutlich, inwieweit sie legale Fahrradwege sind. Leider haben Mountainbikes eine schädliche Auswirkung auf die Umgebung und der Grunwald mit Teufelsberg ist immer noch Naturschutzgebiet.

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Die ehemalige Abhörstation

Zur Zeit des Kalten Kriegs wurde die besondere Position des Teufelsbergs von den Behörden nicht übersehen. Die Alliierten ließen eine Abhöranlage errichten, um die kommunistischen Feinde zu belauschen. Das seit der Wiedervereinigung verlassene und verfallene ehemalige US-amerikanische Abhörgebäude ist Bestandteil der Landschaft. Seine weiße Kuppel erhebt sich mitten im Grün und leistet seinen Beitrag zu dem gespenstischen Bild des Niedergangs und des Verstreichens der Zeit.

Heute verwaltet das Gebäude der Verein „Alliierte in Berlin” mit Ausstellungen und Führungen durch das Gelände.

Der Aussichtspunkt Drachenberg ist durch einen teilweise steilen Fahrradweg oder einen Treppenweg erreichbar. Beide beginnen hinter dem Parkplatz an der Ecke mit Teufelsseechausee. An Wochenenden und Feiertagen mit gutem Wetter kann hier viel los sein. Wer Ruhe und Einsamkeit sucht, soll lieber an Werktagen vorbeikommen.

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Das Wasserwerk am Teufelssee © SpioncinosuBerlino

Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin

Der Teufelsberg verdankt seinen Namen dem naheliegendem Teufelssee. Er ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen See in Berlin-Köpenick. Beide Seen weisen Ähnlichkeiten, wie die morastige Vegetation und ihre Entstehung in der Eiszeit, auf. Allerdings befinden sie sich in gegenüberliegenden Seiten der Stadt.

Nachdem man den Teufelsberg besucht hat, lohnt es sich einen kurzen Zwischenstopp am Teufelssee, am Fuße der Anhöhe. Sehenswürdigkeiten sind hier das Wasserwerk Teufelssee und die Teichlandschaft des Naturschutzzentrums Ökowerk Berlin. Das Wasserwerk entstand 1872 und ist das älteste Berlins. Das architektonische Ensemble der Fabrik erinnert mit seinen roten Backsteinen an andere Wirtschaftsgebäude der Kaiserzeit.

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Teufelssee © SpioncinosuBerlino

Damals gab es genaue Vorschriften, damit die Industriegebäude bestimmten ästhetischen Standards entsprechen konnten. Viele von diesen Bauwerken stehen, wie das Wasserwerk Teufelssee, unter Denkmalschutz. Sie dienen heute als Kulturzentren mit Kinos, Theater und Gewerbe oder werden in moderne Luxus-Wohnanlage umgewandelt.

Das Wasserwerk ist seit einigen Jahren vom Verein Ökowerk übernommen. Klima- und Naturschutz sowie Veranstaltungen für Schulen und Familien über Umwelt-Theme sind einigen der vielen Aufgaben, die die Mitglieder sich vorgenommen haben. Im Garten und an den Teichen können die Besucher verschiedene Pflanzen und Tierarten beobachtet.

Am Wochenende ist das örtliche „Öko Bistro“ in Betrieb für Kaffee und Snacks.

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Auf dem Weg nach Wannsee

Unsere dritte Etappe nach Teufelsberg und Ökowerk war der Aussichtspunkt Drachenberg.

Von dort haben wir das Restaurantschiff Alte Liebe am Havelufer erreicht. Parallel zur Havelchaussee verläuft ein Wander- und Fahrradweg an der Ostufer fast ununterbrochen bis zum Wannsee und weiter.

Einen schönen Blick über die Havel bietet auch die Aussichtsplattform des Grunewaldturms. Es lohnt sich hier eine kleine Pause zu machen und im angeschlossenen Biergarten zu entspannen.

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Grunewaldturm © SpioncinosuBerlino

Der Turm ist ein Ehrenmal dem König und Kaiser Wilhelm I. gewidmet und sein ursprünglicher Name war tatsächlich Kaiser-Wilhelm-Turm. Er ist ein elegantes Beispiel für ein neugotisches Bauwerk im Stil der Backsteingotik.

Vom Turm bis Wannsee sind es mit dem Fahrrad noch ungefähr 40 Minuten. Der Fahrradweg folgt dem Ostufer der Havel parallel zu Havelchaussee. Yacht- und Segelvereine unterbrechen manchmal mit ihrem Privatzugang zum See den Fahrradweg. Diese kurzen Abschnitte fährt man auf der Havelchaussee und die Radfahrer müssen hier auf den Autoverkehr aufpassen.

Tiere unterwegs

Die Strecke ist sehr schön und bietet viele Aussichten auf den See mit seinen Bäumen, Stränden und reichen Villen. Mit etwas Glück, wahrscheinlicher an Werktagen, trifft man nicht zu viel Menschen. Die Tour wird romantisch und die Begegnung mit Wildtieren ist eine Möglichbkeit. Wir haben zum Beispiel einen Fuchs getroffen, der uns ohne Angst entgegenkommen ist (Siehe Foto).

Kurz zuvor war auch ein riesiger Falke sehr nah an die Straße heruntergeglitten. Es ist nicht ungewöhnlich auch Wildschweine oder seltene Vogelarten wie Reiher oder Störche zu sehen.

Also abschließend: Wir haben in diesem Beitrag eine kleine, kurze Radtour präsentiert. Wie schon gesagt, kann man sich für solche schnellen Strecken ohne Ausflugsplanung ganz spontan in letzter Minute entscheiden. Anders sieht es bei längeren Touren aus wie der Oder Radweg. In nächsten Artikeln der Rubrik Fahrradtouren werden wir über längere Ausflüge, wie den Radweg Berlin-Kopenhagen oder den Havel-Radweg, berichten.

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