Rückblick auf Weihnachtsmärkte 2017: unsere Wahl

 

Schwedischer Weihnachtsmarkt Berlin

Chor beim Schwedischen Weihnachtsmarkt – Berlin 2017 Foto © Michele Carloni

In keinem anderem Land gibt es so viel Liebe und Begeisterung für die traditionellen Weihnachtsmärkte wie in Deutschland. Sie ziehen jedes Jahr Millionen Touristen an.

Die Art und Weise wie Weihnachtsmärkte präsentiert werden ist einzigartig. Auch der kleinste Ort hat seinen Platz mit Ständen, Hütten und Veranstaltungen. Viele Märkte haben ein Thema, wie der historische mittelalterliche Weihnachtsmarkt oder die Märchenmarkt für Kinder (und Erwachsene!). Sie alle im Dezember zu besuchen würde unmöglich sein. Man ist gezwungen eine Wahl zu treffen.

Der Spioncinosuberlino hat 2017 die folgenden Weihnachtsmärkte in Berlin und Umgebung besucht und sehr genossen:

  •  Schwedischer Weihnachtsmarkt bei der schwedischen Gemeinde in Berlin-Wilmersdorf
  •  Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Bezirksamt Berlin-Neukölln
  •  Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei in Berlin Prenzlauer Berg-Pankow
  •  Weihnachtsmarkt am Opernpalais rund um die St.Hedwigs-Kathedrale
  •  Weihnachtsmarkt in Berlin Alt-Lübars
  •  Magdeburger Weihnachtsmarkt

Schwedischer Weihnachtsmarkt.

Ein Stück Skandinaviens erscheint plötzlich in Berlin jedes Jahr am ersten Adventswochenende. Der Markt findet in der schwedischen Victoriagemeinde statt. Er wird von der schwedischen und norwegischen Gemeinde Berlins veranstaltet und präsentiert.

Alles, was mit Weihnachten und Skandinavien zu tun hat wartet zwei Tage lang auf die Besucher. Wir laufen durch den Räume und  den Hof der schwedischen Schule der Victoriagemeinde. Am meistens ist Schwedisch zu hören, aber viele Berliner und Touristen sind wie jedes Jahr dabei. Es ist wie ein kleiner Ausflug nach Schweden und Norwegen mitten im Berlin. Im Hof stehen Stände mit traditionellem Holzkunsthandwerk, Weihnachtsdekoration und Lebensmittel neben einanderen.

Schwedischer Glögg

Schwedischer Glögg Foto © Michele Carloni

Der Duft des schwedischen Glöggs ist in der Luft. Wir genießen ein paar vegetarische schwedische Hackbällchen bevor wir weiter unter einem Zelt skandinavische Winterpullover und Schals erkunden. Sie werden von echte blonden Wikinger und Wikingerinnen verkauft, die mit Stolz ihre traditionellen Produkte vorstellen. An einem Stand gegenüber kaufen wir einen Stück Norgold „Gudbrandsdalen“ Käse, der berühmte aus Molke hergestellte Karamellkäse aus Norwegen. So können wir auch später zu Hause unsere skandinavische Party weiterführen. In den Lokalen der Schule sind viele Textilien zu sehen, von Tischdecken zu Mützen und Schals. Dort machen wir eine Kaffeepause mit einer frisch gebackenen Zimtschnecke.

Bevor ein Glögg im Hof unsere Tour beendet haben wir Zeit die Luciafest Prozession zu beachten. Genau wie in einer schwedischen Kirche, laufen und singen die Beteiligter in weißem Gewand mit Kerzenkränze. Absolut nicht zu verpassen!

Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt.

handgemachte Erdnusssuppe

Eine leckere handgemachte Erdnusssuppe Foto © Michele Carloni

Riesig und populär, ist der Markt normalerweise so voll, dass immer lange Schlangen vor den interessantesten Hütten entstehen. Eine von diesen bietet eine besonders leckere handgemachte Erdnusssuppe. Bemerkenswert im Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt sind die vielen no-profit Stände, deren Verdienste als Spende für Arme, Kranke, Altenheime und Entwicklungsländer genutzt werden.

Vietnamesische, koreanische und indische Stände, auch mit vielfältigem vegetarischen Angeboten, stehen neben dem traditionellen Fleischgrill. Waffel-, Crepes- und Kartoffelpuffer-Buden sind auch über all zu sehen. Wir haben allerdings den Eindruck, dass die Ausrichtung des Marktes hier in Neukölln etwa alkoholischer sei. Fast jeder dritte Stand ist entweder ein Schnaps-oder ein Glühwein-Hütte.

Wir fragen uns, ob es das vielleicht ist, was den Markt so beliebt macht…

Lucia Weihnachtsmarkt.

Unter dem letzten Kaiser sollte Berlin schöner als Paris oder London werden. Deswegen auch die Industrieanlage innerhalb der Stadt nach ästhetische Richtlinien gebaut wurden. Viele Beispiele der wilhelminischen Industriearchitektur haben den Krieg überlebt und prägen noch heute Berlin. Eines davon ist die Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg.

Schießbude für die Armbrust

Schießbude für die Armbrust bei dem Lucia Weihnachtsmarkt Foto © Michele Carloni

In dieser romantischen Kulisse findet der Lucia Weihnachtsmarkt jedes Jahr statt. Er ist sicher einer der beliebtesten und meistbesuchtesten Weihnachtsmärkte der Stadt. Gewidmet der Heiliger Lucia, erinnert der Markt an den Skandinavischen Weihnachtsmarkt der Victoriagemeinde, aber in einem viel größerem Ausmaß. Schwedischer Glögg und Lachs aus Norwegen konkurrieren hier mit Galettes und Crepes, die von einem echten französischen Paar gebackenen werden.

Auf den großen Höfe der damaligen Bierbrauerei finden auch Dekogeschäft und Kinderspiele neben den traditionellen Ständen ihre Platz. Schießbuden und Fahrgeschäfte sorgen zusammen mit den zur Kulturbrauerei gehörenden Kino und Theater für einen ständigen Besucherstrom. Besonders lecker sind die Blechpizzen, die bei einem riesigen Multi-Etagen-Steinofen gebacken werden. Obwohl der Ofen gleichzeitig ungefähr 80 Stück Pizza schafft, kann die Schlange am Tresen mehrere Minuten dauern. Der Pizzabäcker spielt sogar eine Glocke und ein Horn um die Kunden zu informieren wenn die Pizzen fertig sind.

Weihnachtsmarkt am Opernpalais.

Eierpunsch und Lumumba

Eierpunsch und Lumumba Amaretti Foto © Michele Carloni

Auch dieses Jahr hat der Weihnachtsmarkt rund um die St. Hedwigs-Kathedrale geöffnet. In der Mitte der Stadt und von den prächtigen Gebäuden der Strasse Unter den Linden umringt, zieht der Markt immer viele Touristen an. Seine Stände passen sich der runden Form der Kathedrale an und stehen in Halbkreis neben der Kirche. Allerlei Glühweinen und Schnaps sind hier zu finden und der Geruch von Mandelbrennern und Kastanienröstern verschmelzt mit dem von Bratapfel.

Wenn es schneit, nimmt der Markt einen besonderen malerischen Anschein an.

Alt-Lübars Weihnachtsmarkt.

Lübars ist ein hübscher Teil der Stadt auch im Sommer. Viele Wanderwege beginnen hier und folgen dem Tegeler Fließ lang, es gibt viel Natur zu genießen. Bekannt ist der Bezirk auch für die vielen Pferdeställe, Reiterschulen und Reitervereine. Am ersten Adventswochenende begrüßt der Weihnachtsmarkt seine Besucher und  lässt sie in den schönen, mit Fresken bemalten LabSaal eintreten. Das Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhundert gebaut und ist ein Beispiel der vielfältige Lübars Architektur.

Man spürt eine lebendige Dorfkultur in Alt-Lübars. Viele Weihnachtsstände sind von den Bewohnern des Bezirks geleitet. Sie bieten selbst gekochten Glühwein und selbstgebastelte Weihnachtsdekorationen. Hütte, Bude und Stände befinden sich drinnen und draußen, zwischen dem Saal und dem Platz des Dörfchen. Wer eine Pause von der Kälte braucht kann seinen Glühwein in dem eleganten Jugendstil-Ambiente des Saals genießen.

Magdeburger Weihnachtsmarkt.

Magdeburger Weihnachtsmarkt 2017

La famosa ruota panoramica presso il Magdeburger Weihnachtsmarkt 2017 Foto © Michele Carloni

Einer der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands, mit über 135 Buden, der Magdeburger Weihnachtsmarkt öffnet auch am längsten: bis zum 30. Dezember. Er findet jährlich in Magdeburg zwischen dem Alten Markt und der Johanniskirche statt.

Sehr berühmt ist seine Historische Version, wo die mittelalterliche Ausstrahlung seit je herKinder und Erwachsene bezaubert. Hier laufen Schauspieler in mittelalterlichen Gewändern den Hof entlang und laden die Kleinen ein, kulinarischen Köstlichkeiten oder Spiele zu probieren. Unter dem amüsierten Blick seines Vaters, fasst ein aufgeregtes Kleinkind eine Armbrust an. Die Zielscheibe sind historische Holzfiguren, die mit den Bolzen getroffen werden sollen. Kein Glück, aber der Vater sieht so interessiert aus, als ob er selbst die Waffe probieren möchte. Einige Meter entfernt werden in der Theaterbude Eltern und Kinder mit Märchen und Geschichten unterhalten.

In einer Ecke steht ein riesiges Zelt mit dem Schild Badehaus. Darunter können die Gäste Badegäste werden und ihren Glühwein in einer mit warmen Wasser gefüllten Badewanne genießen. Magdeburger Schmalzkuchen, ungarischer Langosch, Knoblauchbrot und Flammenkuchen: Traditionelles Essen, Süßes oder Herzhaftes, ist über all zu kosten. Ein echtes mittelalterliches Fest. Wir haben auch die Gelegenheit benutzt, um die Stadt Magdeburg zu besuchen.

Über Magdeburg als mögliches Ausflugsziel werden wir in einem weiterem Beitrag berichten.

 

 

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