Ein Spaziergang an den Gleisen der verlassenen Siemensbahn

Erfahre die Faszination des Unheimlichen am Siemensbahn Bahnhof in Siemensstadt

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Sie ist immer noch da, die verfallene Siemensbahn mitten im Bezirk Spandau. Die Reaktivierung der Betriebsanlage ist tatsächlich seit Jahren geplant. Dennoch könnte das Projekt auf dem Papier bleiben, auch zur Freude von Liebhabern von Gruselorten und Fotografen auf der Jagd nach ungewöhnlichen Fotomotiven.

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Kein Dark Tourismus

Es interessiert uns nicht, was sich in den letzten Jahrzehnten als Dark Tourismus entwickelt hat. In der ehemaligen Siemensbahn wurde keinen Straftat oder Mord begangen. Hier ist auch keine besondere Katastrophe oder ein Unfall passiert. Die S-Bahn wurde nur einfach 1980 stillgelegt. Diese verrottete und zerfallene Bahnstrecke hat aber ihre etwas wehmütige Faszination behaltet.

Es ist die typische Atmosphäre vieler verlassener und verwilderter Orte in und um Berlin. Die Siemensbahn ist ein Teil der Biographie der Stadt und darüber möchten wir kurz berichten.

Die Geschichte bis heute

Die Hochbahnstrecke Siemensbahn wurde Ende der Zwanziger Jahre währen der Weimar Republik gebaut. Sie war eine Idee des Unternehmens Siemens, um seine Mitarbeiter schneller zum Arbeitsplatz zu bringen. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde der Bahnhof später wieder repariert und in Betrieb genommen.

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Foto © SpioncinosuBerlino

Allerdings begann ihr Hauptzweck langsam zu entfallen, nachdem die Siemens München anstatt Berlin als neues Hauptquartier auswählte. Der Ausbau des U-Bahn Netzes und ein Reichsbahnerstreik sind möglicherweise auch Ursachen der 1980 folgenden Stilllegung der Strecke.

Seither werden immer wieder neue Pläne und neue Finanzierungen zur Aktivierung der ehemaligen Siemensbahn im Senat diskutiert.

Ein Blick in das Vergehen der Zeit

Es hinterlässt einen gewissen Eindruck auf verrosteten und von Pflanzen bedeckten Abstellgleisen zu laufen. Ebenso einigermaßen unheimlich wirkt die baufällige Eisenbahnbrücke des Bahnhofs. Die Einsamkeit des Panoramas und der Kontrast zum hektischen Autoverkehr des unterliegenden Siemensdamm sind imposant.

Ein interessantes Fotomotiv bietet die Vegetation, die zwischen den Betonrissen wächst. Sie erinnert an ähnliche Orte wie das Natur-Park Südgelände oder den verlassenen Spreepark.

Der beste Teil ist vielleicht die letzte Eisenbahnbrücke an der Spree. Der Zutritt ist hier sogar mit Stacheldraht abgesperrt. Einen besseren Blick auf die zerfallene Struktur bekommt man vom Fluss aus.

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Foto © SpioncinosuBerlino

Nicht ohne Gefahr

Die verlassene S-Bahnstrecke ist theoretisch abgesperrt. Dessen ungeachtet bietet der Weg praktisch viele Zugangspunkte.

Das Beitreten ist auf eigenes Risiko. So unwahrscheinlich es klingen mag, könnten das Sicherheitspersonal und Videoüberwachungssystem der darum liegenden Betriebe zu einer Geldbuße führen.

Schlimmer ist die Möglichkeit eines Unfalls. Die Betonteile der Siemensbahn sind an manchen Stellen heruntergekommen, trotzdem scheinen sie immer noch ziemlich robust und stabil zu sein. Dagegen sind ihre Holz- und Eisenteile fast immer unzuverlässig.

Wir raten vor allem davon ab, auf den letzten 30 Metern der Siemensbahnbrücke über der Spree zu laufen. Es lohnt sich nicht das Risiko einzugehen, nur um ein paar einzigartige Fotos zu knipsen.

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Die verfallene Eisenbahnbrücke – Foto © SpioncinosuBerlino
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Pflanzen wachsen durch die Risse des Betons © SpioncinosuBerlino
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Verlassenen Schienen zwischen den Bäumen – Foto © SpioncinosuBerlino

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2 Antworten

  1. Sven Türpitz sagt:

    Die Siemensbahn wird bis 2029 wieder Reaktiviert und ist nun eine Baustelle. Die eigentlichen Arbeiten fangen aber erst 2026 an. Vorarbeiten finden/fanden aber schon statt. Ich mache noch Fotos für mich 🔏 privat, solange es noch möglich ist.

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