Kloster Stift zum Heiligengrabe

Eine historische Reise durch eine der ältesten Klosteranlage Deutschlands

Kloster Stift zum Heiligengrabe Abtei Foto © SpioncinosuBerlino
Kloster Stift zum Heiligengrabe Innenhof Foto © Spioncino su Berlino

Das Stift zum Heiligengrabe liegt etwa nordwestlich von Berlin zwischen Wittstock und Pritzwalk und es ist in anderthalb Stunden Auto Fahrt (ca.119 km) zu erreichen. Daher wird das Stift ein Ausflugstipp für alle jene, die eine geschichtliche Erkundungstour erleben möchten und auf der Suche nach Natur und Ruhe sind.

Die Entstehungsgeschichte

Von der Gründung bis heute blickt das Kloster auf eine über 700-jährige Geschichte zurück.
In der Nähe vom Dorf Techow wurde Ende des 13. Jahrhunderts ein Zisterzienserinnenkloster gegründet. Kurz darauf nennen die Dokumente ein Heiligengrab, das im Lauf der Zeit seinen Name dem Kloster verleihen wird. Die Heiligengräber waren eine Architektur inspiriert von der Grabeskirche in Jerusalem.

Die hierher gezogenen Nonnen gehörten dem Zisterzienserorden an.

Kloster Stift zum Heiligengrabe Garten Foto © Spioncino su Berlino
Foto © Spioncino su Berlino

Die Rolle der Frau im Kloster

Damals war es das Schicksal von vielen Witwen und unverheirateten Frauen des Adels in Frauenkloster zu landen. Tatsächlich erfüllte die Gründung eines Frauenklosters verschiedene Zwecke. Neben wirtschaftlichen Zielen oder der Machtdarstellung der einflussreichsten Hochadelsfamilien diente die Errichtung eines Frauenklosters unverheirateten Töchtern als eine sicherer und komfortabler Zufluchtsort für .

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Entscheidung für das klösterliche Leben im Einvernehmen mit den künftigen Novizinnen getroffen wurde oder vielmehr eine zwangsläufige Folge politischer Verhältnisse war. Den Nonnen wurde ohnehin eine Existenz voller Privilegien und persönlicher Entwicklung zugesichert, die andernfalls unmöglich gewesen wäre.

Die Klosterregeln waren allgemein streng und das Kloster Stift zum Heiligengrabe bildete keine Ausnahme. Die Nonnen des Zisterzienserordens lebten nach der Regel des heiligen Benedikt, wo Gehorsamkeit, Gebet, Stille und Werke der Barmherzigkeit im Vordergrund standen. Viele Ordensschwestern sind mit authentischem Glauben ihrer geistlichen Berufung gefolgt und haben mit Gelassenheit und Überzeugung ihr zurückgezogenem Leben akzeptiert.

Klosterfrauen wie Hildegard von Bingen und Gertrud von Helfta, um nur einige zu nennen, waren wichtige Persönlichkeiten in ihrer Zeit.

Heiligengrabe Teich Foto © Spioncino su Berlino
Teich des Klosters Foto © Spioncino su Berlino

Die Einführung der evangelischen Lehre

Das Kloster Stift zum Heiligengrabe überstand die Zeit der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges nicht ohne Schwierigkeiten. Die Äbtissin und die Schwestern weigerten anfänglich sich dem neuen Glaube anzuschließen und wollten ihre Vorrechte wahren. Nach Jahren der Spannungen und Konflikte wurde ein Kompromiss erzielt und die neue Doktrin akzeptiert. Jedoch blieb ein Teil der katholischen Liturgie und der alten Frömmigkeit noch eine Generation lang erhalten.

Allmählich entwickelte sich das Kloster in ein evangelisches Frauenstift und die strengen benediktinischen Regeln wurden aufgegeben. Die klösterlichen Initiativen nahmen zunehmend eine soziale Dimension an. Zu den alltägliche Tätigkeiten des Klosters gehörten die Kranken- und Altenpflege und die Betreuung von Waisenkindern.

Denkmalschutz


Kloster Stift zum Heiligengrabe Abtei Innere Foto © Spioncino su Berlino
Foto © Spioncino su Berlino

Der Dreißigjährigen Krieg verschonte das Kloster nicht. Viele Gebäude wurden zerstört, was zu Neubauten und Renovierungen führte. Es ist ein Zeichen der Vitalität des Stiftes, dass noch heute Sanierungen, Restaurationsarbeiten und die Erweiterung der Anlage durchgeführt werden. Die historische Bedeutung des Denkmalkomplexes wurde durch seine Aufnahme in die Liste der staatlich geschützten Denkmäler bestätigt.

Heiligengrabe heute

Seit mehreren Jahren bietet das Kloster ein intensives Programm mit Veranstaltungen, Konferenzen und Konzerten an. Damit hat es sich zu einem kulturellen Zentrum von nationaler Bedeutung entwickelt. Zu Weihnachten finden auch ein Adventsmarkt und eine Krippenausstellung statt.

Was Besucher vor allem anzieht, sind die Erholungsmöglichkeiten und Ausflugsziele in der Umgebung des Klosters. Die Klosteranlage umfasst neben den historischen Gebäuden der Abtei auch ein Hotel-Restaurant und die Wohnungen der Häuser am Damenplatz. Den Gästen stehen sogar Meditationsräume zur Verfügung.

Unser Besuch im Kloster

Eine große Grünfläche umgibt die Abtei. Unser Spaziergang hat hier durch den schönen Kräutergarten begonnen. Die alte Stiftskirche und die Klostergebäude bilden ein suggestives kunsthistorisches Ensemble und wir tauchen sofort in die historische Vergangenheit ein.

Klosterladen Foto © Spioncino su Berlino

Auch die Heiliggrabkapelle, die vor diesem Flügel des Klosters steht, ist perfekt erhalten. Sie befindet sich zwischen dem Klosterfriedhof und dem Kräutergarten und führt mit ihrem sakralen Glanz eine meditative Beschaulichkeit herbei.

Der Klostergarten ist sehr gepflegt, abwechslungsreich und verfügt auch über einen Teich. Entlang des Klosterweges laufen wir am Hotel und den Fachwerkhäusern am Damenplatz vorbei und erreichen einen kleinen Klosterladen. Hier finden wir lokale Produkte, einen gut sortiertes Buchgeschäft und vor allem die Möglichkeit einer entspannenden Kaffeepause.

Im Inneren der Abtei spürt man noch heute die geistige Kraft, die die Nonnen im Laufe der Jahrhunderte leitete und unterstützte. Besonders eindrucksvoll ist der Innenhof auf den die ehemaligen Zellen der Nonnen blicken. Wir beenden unseren Besuch im Klostermuseum, wo eine Dauerausstellung die Geschichte der Abtei und des Stiftes veranschaulicht.

Erholung im Wald des Stiftes

Das Kloster Stift zum Heiligengrabe liegt inmitten der Natur, umgeben von Wäldern und Grünflächen. Die am meisten verbreitete Baumart bleibt hier die Kiefer, aber die Stiftverwaltung hat geschafft den Forst durch Laubbäume in einen Mischwald zu wandeln. Etwas sehr Wichtiges für die Nachhaltigkeit und die Stärkung des Klimaschutzes.

Die Waldluft und die Ruhe des Waldes vervollständigen die klösterliche Stille und erlauben den Wanderern einen wiedergewonnenen inneren Frieden zu genießen. Viele dieser Waldwege sind mit Tischen und Bänken für Pausen ausgestattet.

Kloster Stift zum Heiligengrabe - Heiliggrabkapelle Foto © Spioncino su Berlino
Heiliggrabkapelle Foto © Spioncino su Berlino
loster Stift zum Heiligengrabe - Klosterhof Foto © Spioncino su Berlino
Klosterhof Foto © Spioncino su Berlino

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